Deutscher Bildungsserver



Hier beginnt der Inhalt:

Protokoll

Vom 21. 11. bis 22. 11. 1996 fand im Medienraum des RZ der Humboldt-Universität zu Berlin ein Workshop für Administratoren und Entwickler von Bildungsservern in den Bundesländern statt.

Teilnehmer


Uwe Debacher, Hamburger Bildungsserver
Peter Diepold, HUB
Markus Eiden, MBWW
Horst Eysel, NLI
Jürgen Feldkamp, SAN
Margit Fischbach, ZUM
Steffen Friedrich, TU Dresden
Oliver Gerschewski, OHS
Walter Jaisli, WIS
Christine Kamprad, FWU
Rüdiger Klampfl, LMZ
Uta Krope, IPTS
Axel Leibrock, MBKW
Martin Maisel, ThILLM
Frerk Meyer, HUB
Hans Rauch, HIBS
Christian Richter, DBS
Monika Roesler-Lass, DFN
Wolfgang Schmid, ZS
Willi Schwarzbach, LISA
Hartmut Simmert, ARTOS
Manfred Vollmost, MPZ
Hansjörg Weiher, LEU
Lothar Wiesweg, BICS

Verlauf

Der Workshop begann am 21. 11. 1996 um 13.00 Uhr und endete am 22. 11. 1996 um 14.30 Uhr:
  1. Begrüßung der Teilnehmer durch Peter Diepold
  2. kurze Aussprache und Verabschiedung einer Tagesordnung
  3. Kurzberichte: Stand der technischen und inhaltlichen Entwicklung von Landesbildungsservern in den einzelnen Bundsländern
  4. Vortrag: Die Datenbank des Deutschen Bildungsservers
  5. Vortrag: Verwendung von Metatags, internationale Standards für Metatags
  6. Diskussion: Verantwortung der Serverbetreiber für die Beachtung von Copyrights
  7. Diskussion: Probleme der Benutzerverwaltung, insbesondere der Authentifizierung neuer Nutzer
  8. Diskussion: Gestaltung der Zusammenarbeit mit Sponsoren
  9. Diskussion: Inhaltliche Schwerpunktsetzungen einzelner Landeserver, Aufgaben für die nächste Zeit

zu 3.: Stand der technischen und inhaltlichen Entwicklung von Landesbildungsservern in den einzelnen Bundsländern

Es äußerten sich
  • Lothar Wiesweg zum Server der Landesbildstelle Berlin
  • Willi Schwarzbach zum Offenenen Landesschulnetz Sachsen-Anhalt
  • Horst Eysel zum Landesbildungsserver Niedersachsen
  • Martin Maisel zum Thüringer Landesserver
  • Hansjörg Weiher zum Landesbildungsserver Baden Württemberg
  • Margit Fischbach zur Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM)
  • Manfred Vollmost zum entstehenden Landesbildungsserver Brandenburg
  • Hans Rauch zur Konzeption des Landesbildungsservers Hessen
  • Uwe Debacher und Oliver Gerschewski zum Landesbildungsserver Hamburg und zum Stand der Vernetzung Hamburger Schulen
  • Uta Krope zum Bildungsserver des IPTS in Schleswig-Holstein
  • Walter Jaisli zum Landesbildungsserver Bremen und zur Zusammenarbeit mit Schulen
  • Wolfgang Schmid zum Bayrischen Landesserver und zum Bayrischen Schulnetz
  • Markus Eiden und Rüdiger Klampfl zum Landeserver Rheinland-Pfalz
  • Axel Leibrock zu Planungen für ein "Intranet für Schulen" im Saarland und für den Landesserver
  • Hartmut Simmert zum Projekt eines Bildungsmedienservers (ARTOS)
  • Jürgen Feldkamp zur weiteren Entwicklung des SAN-Servers
  • Steffen Friedrich zur Entwicklung des ODS-Servers Sachsen und zu technischen Lösungen für die Anbindung von Schulen an das Internet sowie
  • Peter Diepold zum Deutschen Bildungsserver.

zu 4.: Die Datenbank des Deutschen Bildungsservers

Christian Richter zeigte am Beispiel des Deutschen Bildungsservers verschiedene Varianten datenbankgestützter Informationspräsentation im WWW. Er stellte die Tabellenstruktur der Datenbank des Deutschen Bildungsservers vor und nannte technische Rahmenbedingungen für eine effektive Kooperation der Landesserver untereinander und mit dem DBS.

Als eine erste praktische Möglichkeit der Kooperation wurde den Landesservern, die (noch) keine eigene Datenbank betreiben, angeboten, mit eigenen Formularen auf die Datenbank des DBS zuzugreifen. Wichtige Ressourcen im WWW sollen über das DBS-Meldeformular in die gemeinsam genutzte Datenbank eingetragen werden. In der anschließenden Diskussion wurde vereinbart, daß die Datenbankstruktur und die Kategorienschemata auf dem DBS dokumentiert, per Mailingliste diskutiert und ggf. modifiziert werden. Es wurde vorgeschlagen, den Kategorienkatalog für Ressourcen durch Hierarchisierung übersichtlicher zu machen.

zu 5.: Verwendung von Metatags, internationale Standards für Metatags

Peter Diepold beschrieb Möglichkeiten der automatisierten Erfassung von Metadaten mittels Metatags in HTML-Dokumenten. Er skizzierte den Stand der internationalen Diskussion zum "Dublin Core", einem in Zukunft weltweit verwendeten Standard für Metatags. Sobald auf dem Treffen der wiss. Fachgesellschaften in Göttingen (15.-17.12.96) noch offene Fragen geklärt sind, werden sich die Teilnehmer auf einen einheitlichen Katalog von Metatags auf der Grundlage des "Dublin Core" verständigen. Anschließend wurde von den Teilnehmern diskutiert, welche Konsequenzen sich aus der Nutzung von HTML-Editoren und Textverarbeitungen für die Generierung von Metatags ergeben. Uwe Debacher wird eine Lösung auf der Grundlage eines Webformulars entwickeln.

zu 6.: Verantwortung der Serverbetreiber für die Beachtung von Copyrights

Es wurde festgestellt, daß das Problembewußtsein bezogen auf das Urheberrecht nicht bei allen Serverbetreibern und Webautoren ausreichend entwickelt ist. An einigen Beispielen wurde diskutiert, was erlaubt ist und was nicht. Es soll eine Handreichung mit einfachen Regeln ("10 Gebote") für Serverbetreiber erstellt werden.

zu 7.: Probleme der Benutzerverwaltung, insbesondere der Authentifizierung neuer Nutzer

Es wurden verschiedene Ansätze für eine technische Lösung des Problems genannt. Die Vorschläge stützten sich in der Regel auf einen zweiten, sicheren Kanal (gelbe Post, Telefon). Die Diskussion weiterer, rein elektronischer Varianten wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, da im Augenblick kein akuter Bedarf an einer solchen Lösung erkennbar ist. Mögliche Szenarien dafür sollen in einer Gruppe interessierter Teilnehmer entwickelt werden. Es wurde vereinbart, in der Personendatenbank ein Feld für den öffentlichen PGP-Schlüssel vorzusehen.

zu 8.: Gestaltung der Zusammenarbeit mit Sponsoren

Die Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen Betreibern von Landesservern oder Schulservern und Sponsoren konzentrierte sich auf die Frage, in welcher Form ein Sponsor auf einem Bildungsserver präsent sein darf und wo die Grenze zwischen Sponsoring und Werbung zu ziehen ist. Es wurde vereinbart, daß auch diese Frage in der Handreichung für Serverbetreiber berücksichtigt werden soll.

An dieser Stelle wurde in Verallgemeinerung der Punkte 6. und 8. die Frage nach der Verantwortung des Serverbetreibers und in diesem Zusammenhang die Frage der Zensur von Webseiten aufgeworfen. Es wurden Argumente für und gegen die Zensur ausgetauscht. Schließlich herrschte Übereinstimmung, daß es der Person, die für den Inhalt eines Servers (auch juristisch) geradestehen muß, ermöglicht werden muß, diesen Inhalt zu beeinflussen. Auch dieser Problemkreis soll in den "10 Geboten" angesprochen werden.

zu 9.: Inhaltliche Schwerpunktsetzungen einzelner Landeserver, Aufgaben für die nächste Zeit

  • Der Landesbildungsserver Hamburg setzt sich den inhaltlichen Schwerpunkt "Umwelt und Energie".
  • Brandenburg möchte sich auf "Politische Bildung" konzentrieren.
  • Schleswig-Holstein bearbeitet insbesondere den Bereich "Englisch".
  • An der HU wird eine Mailingliste für die Teilnehmer des Workshops und andere interessierte Entwickler von Landesservern eingerichtet.
  • Auf dem DBS werden im Unterverzeichnis "bonsai" alle Dokumente abgelegt, die Gegenstand der gemeinsamen Diskussion sind.
  • Beim DBS werden die technischen Voraussetzungen für eine gemeinsame Nutzung der Datenbank geschaffen.
  • Peter Diepold erstellt einen ersten Entwurf der "10 Gebote" im Rahmen seines Hauptseminars.
  • Sobald der DBS über eine eigene Workstation verfügt, soll die Eignung von BSCW für die kooperative Arbeit erprobt werden.
Chr. Richter

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